Sonntag, 6. Juni 2021

Was gibt's Neues von der Sternwarte im Juni 2021?

Liebe Sternegucker,

am 10 Juni ist es wieder soweit: Es gibt erneut eine Sonnenfinsternis (SoFi) zu senurhen. Zwar ist sie von Deutschland aus nur partiell, d.h. die Sonne wird nicht komplett bedeckt. Dennoch ist es ein lohnenswertes Spektakel. Wie aber entsteht eine SoFi? Zwei Bedingungen müssen erfüllt sein. Es muss in der Neumondphase sein und der Mond muss sich nahe einem der beiden Mondknoten befinden. Zur Veranschaulichung soll Abbildung 1 helfen. Die Bahnebenen des Mondes ist um -5° gegen die der Erde geneigt. Die Knoten sind jene Positionen, an denen die Bahnebene des Mondes die der Erde schneidet. An diesen Punkten oder in deren unmittelbarer Nähe stehen Sonne, Mond und Erde in einer Reihe, es kommt zu einer Finsternis.

Wann aber gibt es eine totale, eine partielle oder eine ringförmige SoFi? Hier spielen die scheinbaren Durchmesser des Mondes und der Sonne eine Rolle, Mond und Erde bewegen sich auf elliptischen Bahnen, d.h. ihre Entfernung zueinander verändert sich. Der scheinbare Durchmesser des Mondes ist mal größer, mal kleiner. Dasselbe gilt auch für Sonne und Erde.

Bei einer totalen SoFI scheint der Mond leicht größer als die Sonne weshalb er sie komplett bedeckt. Allerdings ist der Größenunterschied recht klein, weshalb auch die Totalitätszone (T) im Kernschatten (KS) (Abb. 2) auf der Erde maximal 300 km breit ist. Ein Beobachter im Halbschatten (HS) sieht nur eine partielle Bedeckung (P). 

Die ringförmige SoFi am 10. sei so erklärt: Einen Tag vorher schneidet der Mond einen Knoten (Abb. 1).  Zum Zeitpunkt der Finsternis um 11.42 Uhr ist er 404.420 km von der Erde entfernt. Er hat einen scheinbaren Durchmesser von 29'34" (Bogenminuten, Bogensekunden). Der Durchmesser der Sonne in einer Entfernung von 151.890.110 km beträgt 31'30". Der Mond erscheint uns kleiner als die Sonne und sein Kernschatten trifft nicht auf die Erde (Abb.3). Wir sehen die Sonne als Ring um den Mond. Auch hier sieht ein Beobachter außerhalb der zentralen Zone (Z) nur eine partielle Finsternis.

In Dresden kann die Bedeckung ab ca. 11.37 Uhr beobachtet werden. Ende wird gegen 13.37 Uhr sein. Das Bedeckungsmaximum wird gegen 12.36 Uhr eintreten, mit einem Bedeckungsgrad von 10 %. Das mag nicht sehr aufregend klingen, ist dennoch ein Blick wert. Wichtig: Schauen Sie nicht direkt in die Sonne! Verwenden Sie bei Kameras, Ferngläsern oder Teleskopen ausgewiesene Sonnenfilterfolien oder andere spezielle Filter.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Beobachten. Josefine Liebisch

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Abb. 1
                                                                          



                   Abb. 3                                                                                      Abb. 2                                     

Die Treffen in der Sternwarte, der Kontakt und die Gespräche mit großen und kleinen Besuchern fehlen auch uns. Live ist Live, trotzdem müssen wir uns weiterhin gedulden. Außerdem werden die Tage länger und länger und Livebeobachtungen begeistern erst nach Sonnenuntergang. Das heißt, dass wir trotz Lockerungen in einigen Bereichen die Sternwarte noch nicht öffnen werden. Deshalb orientieren wir uns darauf, was an dem Junihimmel zu sehen sein könnte. Der Merkur ist nun endgültig verschwunden und wenn er sich langsam am Osthorizont erhebt, ist er auf Grund der Morgenhelligkeit nicht zu erkennen. Am 13.06.21 gegen 21.30 Uhr steht die dünne Sichel des zunehmenden Mondes knapp neben dem Planeten Mars, der sich nun vom Abendhimmel zurückzieht. Die Venus durchläuft von Juni bis August einige Sternbilder wie Stier, Zwillinge, Krebs und Löwe. Am 21 Juni vollzieht sich die Sommersonnenwende. Jupiter geht vor Mitternacht auf. Schon mit kleinen Teleskopen sollten seine Wolkenbänder zu sehen sein. Seine Helligkeit wird verstärkt, so dass er sehr gut mit bloßem Auge am Himmel zu erkennen ist. Es fehlt der Planet Saturn, der weit vor Mitternacht aufgeht. Saturn, Jupiter und der Mond sind die hellsten Gestirne am Juninachthimmel.

Mit den besten Wünschen für einen sonnigen Juni grüßt Sie herzlich Renate Franz 



Freitag, 7. Mai 2021

Was gibt's Neues von der Sternwarte im Mai 2021

 

Noch müssen wir uns in Bezug auf Öffnung der Sternwarte gedulden. Deshalb schauen wir, was wir am  Sternhimmel entdecken können. Von den Planeten werden wir Merkur, der kurz oberhalb des Horizonts im Nordwesten  eine Stunde nach Sonnenuntergang zu erkennen ist,, besonders gut am13.05. zwischen 21.00 und 21.30 Uhr sehen können. Als Anhaltspunkt suchen wir die zarte Mondsichel. Merkur ist auf Grund seiner Helligkeit gut zu erkennen. Unterhalb vom Merkur steigt langsam die Venus auf. Beide Planeten werden auch als Abendsterne bezeichnet, da sie die sonnennächsten Planeten sind. Merkur verabschiedet sich bald, die Venus jedoch kann noch lange am Abendhimmel bewundert werden. In der ersten Nachhälfte können wir dann Mars im Sternbild der Zwillinge beobachten. Er wird in der zweiten Nachthälfte von den Planeten Jupiter und Saturn abgelöst. Jupiter wird der hellste Planet sein.

Und nun folgen wir Josis Blick in den Himmel

Es ist eines der bekanntesten, schönsten und jüngsten Deepsky-Objekte: Der Krebsnebel, M1. Vor 967 Jahren, im Juli 1054, explodierte eine Supernova im Sternbild Stier. Sie war nach der Sonne das zweithellste Objekt am Tageshimmel, weshalb sie von u.a. chinesischen Astronomen als Gaststern bezeichnet wurde. Aus dieser Supernova entwickelte sich der Krebsnebel. Eine erste schriftlich belegte Beobachtung des Nebels gab es allerdings erst 1731 durch John Bevis. 1758 bekam der Nebel seine noch heute gültige Katalogbezeichnung Messier 1 von niemand Geringerem als von Charles Messier selbst. Nachdem Messier ihn erst mit einem Kometen verwechselt hatte, eröffnete er eine neue Sammlung für nebelartige Objekte - der Messier-Katalog mit dem Krebsnebel als ersten Eintrag. Der Name Krebsnebel tauchte wohl erst 1844 auf. In diesem Jahre skizzierte William Parsons mit dem damals größten Teleskop der Welt, dem Leviathan , den Nebel. Die Zeichnung erinnerte an eine Krabbe, daher der Name. Erst im Jahre 1928 wurde die Entstehung des Krebsnebels auf die Supernova von 1054 zurückgeführt. Bei einer Supernova stößt ein Stern den Großteil seiner Atmosphäre ab, es entsteht ein Nebel. Je nach Masse des Sterns bleibt entweder ein Neutronenstern oder in Schwarzes Loch zurück. Hier ist es ein Neutronenstern. Dieser hat einen Durchmesser von ca. 30 km, aber die 180.000-fache  Dichte der Sonne. Ein Teelöffel diesen Materials würde Millionen Tonnen wiegen. Nun wurde in  den 1940er Jahren anhand spektroskopischer Untersuchungen festgestellt, dass sich im Zentrum des Nebels eine energiereiche Region befindet. Im optischen Spektrum strahlt sie im blauen Bereich. 

Ein kurzer Blick in die Tiefen der Physik : Normalerweise kann Gas durch einen sehr hellen Nachbarstern oder durch Kollision mit anderen Teilchen zum Leuchten angeregt werden. In beiden Fällen handelt es sich um thermische Strahlung. Der Krebsnebel stellt dahingehend einen Sonderfall dar, denn hier ist nicht-thermische Strahlung die Ursache für das Leuchten. Diese Strahlung, hier Synchrotronstrahlung, entsteht durch die Bewegung geladener Teilchen (Elektronen), die in einem sich bewegenden Magnetfeld beschleunigt werden und dadurch strahlen. Der Grund für diese blaue Region im Nebel wurde damit 1954 geklärt. Es blieb nur die Frage nach der Quelle für ein so schnell rotierendes Magnetfeld. Mithilfe des 90m-Greenbank-Teleskops und der Arecibo-Observatoriums konnte der Ursprung auf eben diesen Neutronenstern zurückgeführt werden. Der Stern dreht sich in 33ms (!) einmal um sich selbst und generiert wie ein riesiger Dynamo das Magnetfeld mit einer Leistung von 100.000.000 Tesla. Entlang der Rotationsachse haben sich Jets mit den Elektronen gebildet, die in regelmäßigen Abständen mit dem Gas kollidieren. An diesen Stellen bilden sich Stoßwellen, die die innere Nebelstruktur für astronomische Maßstäbe sehr schnell verändert, nämlich innerhalb weniger Tage bis Monate. Damit ist der Krebsnebel nicht nur ein physikalisch spannendes, sondern auch optisch schönes Beobachtungsobjekt. Allerdings braucht es dafür schon ein Teleskop sowie den Wintersternhimmel. Mit sternfreundlichen Grüßen, Josefine Liebisch (Image credit: NASA/CXCSAO)

                                                                             Image credit: NASA/CXC/SAO 


Im Namen der Mitglieder der Sternwarte wünsche ich Ihnen einen wunderschönen, sonnigen Mai, alles Gute für Ihre Gesundheit und ein schönes Pfingstfest. Herzliche Grüße Renate Franz


                                                                         Foto privat



Donnerstag, 1. April 2021

Was gibt's Neues von der Sternwarte?

Auch Corona bedingt gibt es noch keine Neuigkeiten, leider.. Deshalb folgen wir wie schon seit Monaten

Josis Blick in den Himmel 

Liebe Sternegucker, es wird wieder Frühling! Auch am Himmel können wir wieder einige Objekte beobachten: Merkur und Venus lassen sich nur am 26. schwach im NW knapp über dem Horizont erkennen. Dabei geht Venus bereits um 21.13 Uhr unter. Mars dagegen ist in der ersten Nachthälfte präsent. Er wandert im Laufe des Monats vom Sternbild Stier in die Zwillinge. Am 17. kann er gemeinsam mit der zunehmenden Mondsichel im W beobachtet werden. Bis zum Ende des Monats verfrühen sich die Marsuntergänge auf 1.23 Uhr. Jupiter zeigt sich stolz am Morgenhimmel bereits ab 5.32 Uhr am 1. und um 3.49 Uhr am 30. Noch befindet er sich im Steinbock, wechselt aber in den Wassermann über. Am 7. kann Jupiter gemeinsam mit dem Mond gesehen werden. Auch Saturn ist am Morgenhimmel zu sehen. Am Monatsersten geht der „Herr der Ringe“ um 5.03 Uhr auf, am 30. schon um 3.14 Uhr. Uranus und Neptun bleiben momentan im Sonnenlicht verborgen. Neben „regulär“ auftretenden Sternschnuppen können vom 16. bis zum 24. die Lyriden beobachtet werden. Dieser Strom scheint seinen Ursprung in der Leier zu haben. Als beste Beobachtungszeit werden die Stunden von 22 Uhr bis 4 Uhr angegeben. Werfen wir einen Blick auf den Fixsternhimmel: Hervorzuheben ist hier der Große Wagen/Bär, der jetzt direkt im Zenit steht. Dadurch werden die lichtschwächeren Mitglieder dieses recht großen Sternbildes sichtbar. Auch der Löwe ist momentan sehr gut zu erkennen. Er erreicht gerade seine höchste Position im Süden. Erkennen kann man ihn an einem großen Trapez, welches den Körper darstellt, sowie an einem kleineren Trapez „rechts oben“ (astronomisch ausgedrückt nordwestlich). Kommt der Frühling, geht der Winter und mit ihm die Wintersternbilder. Sie sind bereits untergegangen oder noch über dem W-Horizont zu sehen. Im NW leuchtet hell Capella, Hauptstern im Fuhrmann. Dieser wird primär durch ein großes, unregelmäßiges Fünfeck dargestellt. Cassiopeia und Cepheus („Butzelmannhaus“) sind über dem N-Horizont zu erkennen. Im SO finden wir einen der hellsten Sterne am Firmament: Arktur. Er ist Hauptstern im Sternbild Bootes, dem Bärenhüter. Den Namen trägt er deshalb, weil während der täglichen Himmelsbewegung dem Großen Bären folgt. Weiter im SO finden wir auch das Sternbild Jungfrau mit Spica als hellstem Stern. Schauen wir Richtung NO, sehen wir Herkules mit dem prominentesten Kugelsternhaufen, M13. Außerdem werden langsam die Sommersternbilder sichtbar. Es wird wieder warm!

Mit sternenfreundlichen Grüßen, Josefine Liebisch


    M 13: Urh.: Giuseppe Donatiello (gemeinfrei)" Sternbild Herkules

(www..astrokramkiste.de)


                                    
                                                        
                                                             Wir wünschen Ihnen ein frohes Osterfest und
                                               dass Sie den Frühling bei bester Gesundheit genießen können. 
                                                                          Herzliche Grüße Renate Franz 


Mittwoch, 3. März 2021

Was gibt's Neues von der Sternwarte?

März 2021

Noch steht die Öffnung der Sternwarte in den Sternen. Auf eines können wir uns aber verlassen: die Erde zieht verlässlich in der gewohnten Geschwindigkeit ihre Bahn um die Sonne. Und somit verändert sich mit den Jahreszeiten auch der Sternhimmel. Mit dem Frühling kommt so langsam das Frühlingsdreieck zum Vorschein. Das Frühlingsdreieck bildet sich aus den Hauptsternen der Sternbilder Bootes (Arktur), Jungfrau (Spica) und Löwe (Regulus). Verbindet man gedanklich diese Sterne, entsteht ein Dreieck. Während die Sternbilder, 88 an der Zahl, die von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) im Jahr 1922 festgelegt wurden, sind das Frühlingsdreieck wie auch das Sommerdreieck, das Herbstviereck und das Wintersechseck Sternbildkonstellationen, die in den jeweiligen Jahreszeiten besonders gut am Himmel mit bloßem Auge zu erkennen sind. Als Anhaltspunkt kann der große Wagen dienen, der fast im Zenit steht. Verlängern wir den Deichselstern, dann stoßen wir direkt auf Arktur. Viel Erfolg.


                                                                                                                                                                  

Quelle: https://astrokramkiste.de

                    

Und was verrät uns

                                                           Josis Blick in den Himmel?

Ein Nebel und viele Fotos: Der Pferdekopfnebel wird gern als eines der faszinierendsten Himmelsobjekte bezeichnet. Der Grund dürfte wohl in seiner Erscheinung und Historie liegen. Es ist ein Dunkelnebel im Gürtel des Orion, der Licht von dahinterliegenden Sternen absorbiert. Er liegt inmitten eines selbstleuchtenden Emissionsnebels, 1375 Lichtjahre entfernt. Entsprechend ist er schwer zu finden. Wilhelm Herschel beobachtete wohl als einer der Ersten diesen Nebel. Da er kaum Sterne sehen konnte, schien es ihm wie ein dunkles Loch. Erst 1888 gelang Edward Charles Pickering ein erstes Foto, auf dem Williamina P. Fleming schließlich die dunkle Struktur erkannte. Sie beschrieb es als eine halbkreisförmige Einbuchtung. Damit ist sie die offizielle Entdeckerin. Auch Pickering und Fleming wussten noch nicht, worum es sich handelt. Die Qualität der Fotos reichte für eine genauere Untersuchung nicht aus. Erst Edward Barnard und Max Wolf gelangen es 1891, hochauflösende Bilder zu bekommen. V.a. Barndard entwickelte 1913 eine detailreiche Aufnahme, auf der ein deutlich schwarzer Körper zu sehen ist. Ihm gelang später sogar eine visuelle Beobachtung. Obwohl er keine scharfen Strukturen beobachten konnte, erkannte er, dass an dieser Stelle etwas sein musste: Das Feld war matt, es weißt auf die Präsenz einer Materialsubstanz hin. Für mich würde die Beobachtung die Vermutung eines verdunkelnden Mediums bestätigen. So war es auch. Das Licht wird von Staub und Gas verdeckt.

Die Herkunft des Namens ist nicht mit Sicherheit bekannt, wird aber auf Charles Duncan im Jahre 1926 zurückgeführt. Ihm gelangt sechs Jahre zuvor eine der ersten Aufnahmen, die die Pferdekopfstruktur erkennen lies. Heute ist bekannt, dass die Dunkelwolke sehr kalt (-173°C bis -258°C) ist und primär aus Wasserstoff besteht. Sie ist Teil des wesentlich größeren Orion-Molekülwolken-Komplexes, der das gesamte Sternbild des Orion umgibt. Die Gesamtstruktur ist im sichtbaren Licht nicht erkennbar, erst im Infraroten. Kleinere Emissionsnebel oder eben auch Dunkelwolken innerhalb des Komplexes sind jedoch sichtbar, so zählt auch der Orionnebel M42 dazu. Mit sternenfreundlichen Grüßen, Josefine Liebisch                                                     

Zur Erinnerung: am 28. März 2021 beginnt die Sommerzeit. Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Frühling. Es grüßt Sie herzlich Renate Franz 

Dienstag, 2. Februar 2021

Was gibt's Neues von der Sternwarte?

Die Sternwarte müssen wir leider noch geschlossen halten. Aber der Blick in den Sternhimmel bleibt uns nicht verwehrt. Das Wintersechseck mit seinen hellsten Sternen Kapella, Aldebaran, Sirius, Rigel, Prokyon und Pollux neigt sich gen Westen. Kassiopeia, das Himmels-W, sinkt langsam im Nordwesten herunter, während sich der Große Wagen im Nordosten höher schiebt. Noch ist es dunkel genug, um bei klarem Himmel schon mit bloßem Auge u.a. die offenen Sternhaufen Plejaden und Hyaden (M 45), den großen Orionnebel (M 42), der südlich der drei Gürtelsterne des Sternbilds Orion zu finden ist, und den offenen Sternhaufen Krippe (M 44) im Sternbild Krebs sehen zu können. Der Buchstabe M steht für den Namen Charles Messier (26.06.1730 – 12.04.1817), ein französischer Astronom, der die Himmelsobjekte katalogisiert hat und 20 Kometen entdeckte. Zu dieser Zeit erkannte man, dass Kometen wieder kommen können. Das Fernglas ist ein guter Helfer, die Himmelsobjekte in voller Schönheit beobachten zu können. Von den Planeten ist nur der Mars in der ersten Februarhälfte zu sehen. Deshalb sind wir nun gespannt auf

Josis Blick in den Himmel

Nachdem das neue Jahr so anfing, wie das vorherige aufhörte, mag bei manchen Demotivation eintreten. Diese möchte ich nehmen und Ihnen stattdessen die kommenden, spannenden Weltraummissionen zeigen. Angefangen beim Mond, wird es neue Landemodule zur Erforschung unseres Nachbarn geben. Neben der NASA starten Roskosmos (Russland, Oktober) mit Luna 25, ISRO (Indien, Ende 2021) mit Chandrayaan-3 und die CNSA (China) neue Mondroboter. Mars wird im Februar Besuch von gleich drei Nationen bekommen, jede mit anderen Zielen. Perseverance, von der NASA, sucht nach eventuellem ursprünglichen Leben. Im Laufe dieser Mission sollen auch Gesteinsproben gesammelt und zurück zur Erde gebracht werden. Die Sonde der Arabischen Emirate, Al Amal, studiert marsianisches Tages- und Saisonwetter, während Tianwen-1 der CNSA sowohl neue Technologien probiert, als auch die Marsoberfläche fotografiert sowie das Wetter beobachtet. Das erste Mal werden in diesem Jahr Jupiters Trojaner angesteuert. Im Oktober soll NASAs Raumsonde Lucy acht Asteroiden besuchen, sieben davon auf Jupiters Umlaufbahn. Diese Trojaner teilen sich mit Jupiter den Orbit, wobei sie ihm an stabilen Punkten 60° davor und dahinter folgen. Es wird vermutet, dass sie sich seit der Entstehung des Sonnensystems an diesen Positionen befinden. Sie enthalten zum Teil wasser- und kohlenstoffreiches Material, welches u.a. zur Entwicklung der lebensfreundlichen Bedingungen auf der Erde beigetragen haben könnte. Eine weitere Mission von NASA und JAXA (Japan) testet die Abwehr von potenziell gefährlichen Asteroiden mit Dart. Dabei soll ein Einschlag auf dem Asteroiden zu einer Bahnänderung führen und damit eine mögliche Kollision mit der Erde verhindert werden. Zum Schluss sei noch ein Blick auf die Zukunft der bemannten Raumfahrt geworfen. Hier können wir den Neubau einer chinesischen Raumstation im ersten Halbjahr erwarten. Außerdem treibt SpaceX (Elon Musk, Tesla) seine Tests mit dem Starship voran und auch Blue Origin (Jeff Bezos, Amazon) lässt hoffentlich seine neue Rakete sehen. Und wer lieber mit seinen eigenen Augen schaut, dem sei ans Herz gelegt: Ein Blick in den Himmel lohnt sich immer! Mit sternenfreundlichen Grüßen, Josefine Liebisch

Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen. 

Bis dahin grüßt Sie herzlich Renate Franz 


Donnerstag, 7. Januar 2021

Was gibt's Neues von der Sternwarte?

 

wir begrüßen Sie herzlich im neuen Jahr 2021 mit der Zuversicht, dass wir Sie bald wieder in der Sternwarte begrüßen dürfen. Corona hat auch unser Sternwartenleben lahmgelegt. Das heißt aber nicht, dass wir inaktiv sind. Unser Mitglied Dr. Frank Bok hat z.B. das astronomische Jahr 2021 auf Folien dargestellt. In Kürze steht Ihnen ein neuer Button auf der linken Seite unserer Homepage mit astronomischen Informationen zur Verfügung. Ohne Sternwarte, ohne Teleskope bleibt uns aber der Blick in den funkelnden Sternhimmel, der bei längerem Verweilen Ruhe ins Gemüt einziehen lässt. Lassen auch Sie sich ein weinig verzaubern und folgen Sie

Josis Blick in den Himmel 

liebe Sternegucker, ich begrüße Sie herzlich im neuen Jahr! Damit wollen wir gleich einen Blick in den Neujahrshimmel werfen. Der innerste Planet Merkur zeigt sich erst ab der Monatsmitte. Am15. kann er unter guten Sichtbedingungen eine halbe Stunde vor Untergang um 18.05 Uhr über dem SW-Horizont beobachtet werden. Bis zum 22. verspäten sich die Untergänge auf 18.37 Uhr und er ist bis zum 26. am besten zu sehen. Danach verschwindet er im Sonnenlicht. Auch Venus zeigt sich scheu, allerdings am Morgenhimmel. Bis zur Monatsmitte verspäten sich ihre Aufgänge auf 7.25 Uhr. Sie ist knapp über dem SO-Horizont zu sehen. Im letzten Monatsdrittel ist sie nicht mehr am Himmel auszumachen. Mars dagegen zeigt sich prominent am Abendhimmel. Am Monatsanfang ist er hell in einer Höhe von ca. 55° über dem SO-Horizont zu erkennen. Zum Monatsende verfrühen sich seine Untergangszeiten von 2.16 Uhr auf 1.42 Uhr. Außerdem nimmt seine Helligkeit von -0,3mag auf 0,4mag ab. Am 21. bekommt der Planet Besuch vom zunehmenden Halbmond. Die größten Planeten des Sonnensystems, Jupiter und Saturn, bleiben im Januar weitestgehend unbeobachtbar. Wer mit einem lichtstarken Fernglas oder einem Teleskop ausgestattet ist, kann Uranus am Abendhimmel sehen. Am 22. kann er mithilfe des Mars gefunden werden, der nördlich an ihm vorbeiwandert. Neptun bleibt ebenfalls ab Monatsmitte unbeobachtbar.

Am Fixsternhimmel zeigen sich immer noch die Wintersternbilder. Sie bilden mit ihren hellsten Sternen das Wintersechseck. Angefangen bei Rigel im Orion, dem Himmelsjäger gehen wir nach SO weiter und landen bei Sirius im Großen Hund. Von dort suchen wir ein Stück nordöstlich den Kleinen Hund mit Prokyon und weiter nördlich die Zwillinge mit Pollux (und Castor). Fast im Zenit sehen wir anschließend Capella im Fuhrmann. Begeben wir uns zum „Ausgangsstern“ Rigel zurück, kommen wir am letzten Mitglied des Sechsecks vorbei, Aldebaran im Stier. Doch auch am Himmel kehrt langsam der Frühling zurück, denn über dem O-Horizont zeigt sich schon das erste Frühlingssternbild, der Löwe. Damit verbleibe ich mit sternenfreundlichen Grüßen, Josefine Liebisch

Die Mitglieder der Sternwarte Dresden-Gönnsdorf wünschen Ihnen für das neue Jahr, dass Sie gesund bleiben bzw. werden, dass Sie die Kraft haben, schwierige Situationen zu meistern und zu überstehen. Wir wünschen Ihnen Zufriedenheit, etwas Gelassenheit und die Zuversicht, dass wir gemeinsam mit Disziplin auch Corona in den Griff bekommen. Herzliche Grüße Renate Franz www.sternwarte-goennsdorf.de

Donnerstag, 26. November 2020

wir sind immer noch im Dezember


Jupiter und Saturn haben uns in Spannung gehalten. Viele von uns versuchten, dieses Highlight zu unterschiedlichen Zeiten festzuhalten. Einige aus unserem Sternwartenteam haben es geschafft wie z.B. 

Thomas Hunger


oder Steffen Grundmann



Auf Grund ihrer unterschiedlichen Bahngeschwindigkeiten, durchwandern
die Planeten verschieden schnell die Tierkreiszeichen. Da ihre Bahnen
bezüglich der Erdbahn geneigt sind, überschneiden sich ihre scheinbaren
Bahnen am Firmament hin und wieder. Wenn zwei Planeten diesen
Schnittpunkt zur gleichen Zeit passieren, kommt es zu einer Annäherung,
bzw. Konjunktion. Sie stehen dann mit der Erde in einer Linie zueinander.
In diesem Jahr, am 21.12.2020 kamen sich Jupiter und Saturn hierbei so
Nahe, dass sie als nur ein Objekt wahrgenommen werden konnten.




Corona hat uns in diesem Jahr zwar ausgebremst, es soll uns aber nicht beherrschen. 

Denn es gibt noch viele interessante Themen z.B. die astronomischen Ereignisse im Dezember. Zum einen sind es die Geminiden, die unser Auge erfreuen. Die Geminiden sind der stärkste Meteorstrom des Jahres um den 14.12.20 herum. Er scheint aus dem Sternbild Zwillinge, genau aus Castor (lat. Gemini) zu entspringen. Die Sternschnuppen sollten auch diese Nacht noch gut zu sehen sein. 

Ein anderes Highlight findet ab dem 19.12.2020 statt. Ab diesem Zeitpunkt kann beobachtet werden, wie sich die großen Gasplaneten Saturn und Jupiter nähern, bis sie am 21.12.2020 fast zu einem Punkt verschmelzen, um sich danach wieder zu trennen. Diese Konjunktion findet alle 20 Jahre statt. Mit dem Fernglas bzw. bloßem Auge z.B. aus dem Fenster oder auf dem Balkon ist das Ereignis gut zu beobachten.                                                                                  I

Ohne die Sternwarte mit den Teleskopen, ohne persönliche Kontakte untereinander und zu Ihnen bleibt auch uns nur der Blick in den funkelnden Sternenhimmel. Innehalten, sich von dem Anblick faszinieren lassen, sich bewusstwerden, wie unfassbar groß das Universum ist und bei längerem Verweilen spüren, wie Ruhe ins Gemüt einzieht. Es lohnt sich, dieses schöne Gefühl kennenzulernen.

Mögen aller Kummer, alle Sorgen sich kleinmachen, damit Ruhe in unsere Herzen einziehen kann, damit wir den Schein der Kerzen bei weihnachtlicher Musik genießen und dass wir auch bei räumlicher Trennung mit unseren Lieben verbunden sein können. 

Ein besinnliches Weihnachtsfest und ein glückliches, gesundes neues Jahr 2021 mit viel Liebe, Zufriedenheit und ein wenig Gelassenheit wünschen Ihnen die Mitglieder der Sternwarte Dresden-Gönnsdorf in der Hoffnung, Sie bald wieder in der Sternwarte begrüßen zu können. 

Herzlichst Renate Franz

                                                                 



unsere Dezemberbeiträge


Wenn wir Sie schon nicht in der Sternwarte begrüßen dürfen, so wollen wir doch mit diesem Beitrag mit Ihnen verbunden bleiben


Es ist Josis Blick in den Himmel ….

Wieder ist die Raumfahrt der Erforschung des Sonnensystems ein wortwörtliches Stück näher gekommen. Am 20. Oktober diesen Jahres setzte die Raumsonde OSIRIS-Rex für einen kurzen Moment auf dem Asteroiden 101955 Bennu auf. Das Ziel war, mindestens 60g Gestein zu sammeln und zurück zur Erde zu bringen. Tatsächlich gab es diese Art von Mission bereits zweimal. Hayabusa und Hayabusa2 der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA besuchten 2005 und 2016 jeweils einen Asteroiden. Hayabusa besuchte den Asteroiden 25143 Itokawa, der zur Apollo-Gruppe gehört und ein near-Earth object ist, also ein erdnahes Objekt. Während ihrer Mission litt die Raumsonde unter vielen technischen Ausfällen und Fehlern, was dazu führte, dass nur 1g Material gesammelt werden konnte. Hayabusa2 startete mit verbesserter Technik nur 4 Jahre nach der Ankunft ihrer Vorgängerin auf der Erde. Ihr Ziel war 162173 Ryugu, ebenfalls ein erdnaher Asteroid in der Apollo-Gruppe. Die Mission konnte ohne große Fehler ablaufen und befindet sich jetzt auf dem Rückweg. Es wird mit einer Ankunft Ende diesen Jahres gerechnet.

OSIRIS-Rex wesentlicher Unterschied zu seinen japanischen Vorgängern ist die Heimatorganisation (NASA) sowie die Menge an Gesteinsmaterial. Es wird davon ausgegangen, dass 60g bis 1kg gesammelt werden konnte. Im September 2023 ist die Rückkehr der Sonde geplant.

Warum aber dieser Aufwand für so wenig Gestein? Ein kurzer Blick in die Welt der Asteroiden zeigt uns zunächst deren Aussehen. Es sind Gesteinsbrocken, die wenige Meter bis hunderte Kilometer groß werden und sehr unregelmäßig geformt sind. Je nach Zusammensetzung werden sie als kohlenstoffreich, metallisch oder silikatisch eingestuft. Sie stammen aus den Anfängen des Sonnensystems, als sich die Planeten formten. Ein Teil des Gesteins, welches nicht an der Planetenentstehung beteiligt war, formte sich zu Asteroiden. Seitdem hat sich ihre Zusammensetzung nicht verändert, anders als z.B. auf der Erde. Hier wird das Gestein durch geologische Prozesse beeinflusst und verformt. Damit sind Asteroiden ein Überbleibsel aus der Zeit von vor ~4,5 Mrd. Jahren und helfen beim Verständnis über die Entstehung des Sonnensystems.

Wieder ein Schritt in neue Gebiete, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Mit sternenfreundlichen Grüßen, Josefine Liebisch 



Nicht nur wir in der Sternwarte Gönnsdorf sondern auch große Forschungseinrichtungen können aktuell keine Vor-Ort-Vorträge halten.

Das ist einerseits bedauerlich, öffnet aber andererseits die Möglichkeit, sich die Vorträge online anzusehen.

 

Anbei eine kleine aktuelle Auswahl:

 

Deutsches Elektronen-Synchrotron - DESY Zeuthen

 

Der Vortrag von Dr. Stefan Ohm Teilchenbeschleuniger im Universum ist jetzt auf YouTube veröffentlicht.

https://www.youtube.com/watch?v=yHsoy0C7geg

 

Leibnitz Institut für Astrophysik Potsdam – AiP

 

Die Vortragsreihe Babelsberger Sternennächte findet aktuell auch online statt. Die bisherigen Vorträge sind hier einzusehen:

https://www.aip.de/babelsberger-sternennaechte/

 

TV   Dokumentationen

 

Da gibt es auch zwei aktuelle:

ZDF TerraX Faszination Universum: Die Reise zum Rand der Welt mit Prof. Harald Lesch, vom Telegrafenberg in Potsdam (Astronomiegeschichte)

https://www.youtube.com/watch?v=Wbfp4_HQQPM

 

ZDFinfo Giganten des Weltalls    Schwarze Löcher  mit Prof. Janna Levin (sehr aktuelle (Nobelpreis Physik 2020) und aufwendige Doku)

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/giganten-des-weltalls-schwarze-loecher--100.html

 

Viel Vergnügen,

Gruß Sicco Bauer, Sternwarte Gönnsdorf

 

PS: Die sind wirklich alle sehenswert