Mittwoch, 3. März 2021

Was gibt's Neues von der Sternwarte?

März 2021

Noch steht die Öffnung der Sternwarte in den Sternen. Auf eines können wir uns aber verlassen: die Erde zieht verlässlich in der gewohnten Geschwindigkeit ihre Bahn um die Sonne. Und somit verändert sich mit den Jahreszeiten auch der Sternhimmel. Mit dem Frühling kommt so langsam das Frühlingsdreieck zum Vorschein. Das Frühlingsdreieck bildet sich aus den Hauptsternen der Sternbilder Bootes (Arktur), Jungfrau (Spica) und Löwe (Regulus). Verbindet man gedanklich diese Sterne, entsteht ein Dreieck. Während die Sternbilder, 88 an der Zahl, die von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) im Jahr 1922 festgelegt wurden, sind das Frühlingsdreieck wie auch das Sommerdreieck, das Herbstviereck und das Wintersechseck Sternbildkonstellationen, die in den jeweiligen Jahreszeiten besonders gut am Himmel mit bloßem Auge zu erkennen sind. Als Anhaltspunkt kann der große Wagen dienen, der fast im Zenit steht. Verlängern wir den Deichselstern, dann stoßen wir direkt auf Arktur. Viel Erfolg.


                                                                                                                                                                  

Quelle: https://astrokramkiste.de

                    

Und was verrät uns

                                                           Josis Blick in den Himmel?

Ein Nebel und viele Fotos: Der Pferdekopfnebel wird gern als eines der faszinierendsten Himmelsobjekte bezeichnet. Der Grund dürfte wohl in seiner Erscheinung und Historie liegen. Es ist ein Dunkelnebel im Gürtel des Orion, der Licht von dahinterliegenden Sternen absorbiert. Er liegt inmitten eines selbstleuchtenden Emissionsnebels, 1375 Lichtjahre entfernt. Entsprechend ist er schwer zu finden. Wilhelm Herschel beobachtete wohl als einer der Ersten diesen Nebel. Da er kaum Sterne sehen konnte, schien es ihm wie ein dunkles Loch. Erst 1888 gelang Edward Charles Pickering ein erstes Foto, auf dem Williamina P. Fleming schließlich die dunkle Struktur erkannte. Sie beschrieb es als eine halbkreisförmige Einbuchtung. Damit ist sie die offizielle Entdeckerin. Auch Pickering und Fleming wussten noch nicht, worum es sich handelt. Die Qualität der Fotos reichte für eine genauere Untersuchung nicht aus. Erst Edward Barnard und Max Wolf gelangen es 1891, hochauflösende Bilder zu bekommen. V.a. Barndard entwickelte 1913 eine detailreiche Aufnahme, auf der ein deutlich schwarzer Körper zu sehen ist. Ihm gelang später sogar eine visuelle Beobachtung. Obwohl er keine scharfen Strukturen beobachten konnte, erkannte er, dass an dieser Stelle etwas sein musste: Das Feld war matt, es weißt auf die Präsenz einer Materialsubstanz hin. Für mich würde die Beobachtung die Vermutung eines verdunkelnden Mediums bestätigen. So war es auch. Das Licht wird von Staub und Gas verdeckt.

Die Herkunft des Namens ist nicht mit Sicherheit bekannt, wird aber auf Charles Duncan im Jahre 1926 zurückgeführt. Ihm gelangt sechs Jahre zuvor eine der ersten Aufnahmen, die die Pferdekopfstruktur erkennen lies. Heute ist bekannt, dass die Dunkelwolke sehr kalt (-173°C bis -258°C) ist und primär aus Wasserstoff besteht. Sie ist Teil des wesentlich größeren Orion-Molekülwolken-Komplexes, der das gesamte Sternbild des Orion umgibt. Die Gesamtstruktur ist im sichtbaren Licht nicht erkennbar, erst im Infraroten. Kleinere Emissionsnebel oder eben auch Dunkelwolken innerhalb des Komplexes sind jedoch sichtbar, so zählt auch der Orionnebel M42 dazu. Mit sternenfreundlichen Grüßen, Josefine Liebisch                                                     

Zur Erinnerung: am 28. März 2021 beginnt die Sommerzeit. Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Frühling. Es grüßt Sie herzlich Renate Franz 

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